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Die Sache mit dem „Hilfe annehmen“

Mir kommt es so vor, als würde ich mein halbes Leben damit zubringen Menschen in mein Umfeld anzuziehen, die keine Hilfe von mir annehmen wollen.


Warum ist das ein Problem für mich? Na, weil ich mich gut fühle, wenn ich gebraucht werde. Da mag der Psychologe die ersten Ideen haben, was ich mir mit diesem Paradoxon selbst aufzeigen will. Naja, weiter im Text.


Je mehr Zeit ich mit meinen Liebsten verbringe, desto mehr komme ich dahinter, was ihr Problem ist, womit sie sich die Nächte um die Ohren schlagen oder was sie schlichtweg emotional bedrückt. Am Anfang ist da einfach nur das Gefühl tief in mir: „Hey, da stimmt etwas nicht.“ Mag es meine Empathie sein, oder auch mein Gespür dafür Missklänge auszumachen. Ich fühle sofort, wenn etwas „schief hängt“. Es ist ein Unterton in der Stimme und ich möchte am liebsten sofort Harmonie herstellen. Ich muss nicht erwähnen, dass ich Streitereien nicht leiden kann und dann lieber nichts sage, statt eine Disharmonie herzustellen? Ja gut, dann wütet das ungute Gefühl halt in mir, aber immer noch besser, als die negativen Emotionen aus dem Außen abzubekommen. Ich bin ganz ehrlich zu dir.

Manchmal mache ich mir den Spaß und spiegle das Verhalten. Das spitzt die Situation manchmal zu, aber wenn ich grade das Gefühl habe, ich kann über dem Drama stehen, dann gebe ich mir den Spaß. Dann nehme ich die Rolle in dem Theaterstück halt mal ein. Wenn mein Gegenüber das grade braucht, dann bitte …


Manchmal kommt es mir so vor, als würde ich allein durch meine Präsenz Harmonie herstellen. Ich muss nicht einmal was sagen. So, als würde sich mein Gegenüber entspannen, einfach während er in meiner Nähe ist.


Und ja, durch meine ganzen Selbstanalysen mit Human Design, Astrologie und den Gene Keys weiß ich auch, dass es ein wichtiger Aspekt meines Lebens ist. Mit mir ernsthaft zu streiten ist fast unmöglich. Mich so richtig gestritten habe ich, glaube ich, das letzte Mal mit Anfang 20 (sollte sich jemand an etwas gegenteiliges erinnern, bitte ich um Beweise). Denn eigentlich weiß ich, ist jemand unfair zu mir, dann ist es nichts anderes als friendly Fire. In den Momenten ist mir völlig klar, wir sitzen doch im selben Boot. Sei es das Boot Freundschaft, Partnerschaft oder Team. Es ist nicht angenehm darauf zu warten, bis der andere Part nach Tagen oder Wochen checkt, dass er sich mit diesem unfairen Verhalten selbst ins Knie geschossen hat und es gar nicht darum ging Recht zu behalten. Ich bestehe nicht einmal auf eine Entschuldigung. Ich halte nicht an Vorwürfen fest. Die meiste Zeit über bin ich einfach verletzt und brauche meinen Rückzug.


Aber weißt du was? Das ist vielleicht eine Art und Weise friedlichere Beziehungen zu führen. Wir lassen uns nicht länger darauf ein alte Muster zu wiederholen á la: Ok, du sagst oder tust das? Dann antworte ich das oder tue jenes um dir Kontra zu geben.


Kommen wir zum Hauptthema zurück: Hilfe annehmen. Wie du vielleicht schon bemerkt hast, ich bin in Beziehungen gerne Mal einen Schritt weiter. Ich durchblicke Dynamiken und kann mir ausmalen welches Wort zu welchem Ergebnis führen wird. Solange mein Gegenüber aber leidenschaftlich bei seiner Scheuklappe bleiben will, nimmt er keine Hilfe an. Er hat Recht und hält sich innerlich die Ohren zu. Am liebsten würde ich sagen: „Könnte es eventuell sein, dass du dich da grade in diese oder jene Richtung verrennst und es nur dazu führt, dass wir Abstand brauchen? Aber nicht unsere Freundschaft, Beziehung, Team ist das Problem, sondern deine Wunde, die XYZ heißt? Können wir das bitte abkürzen und einfach nett zueinander sein und die Lebenszeit genießen?“


Es soll zwei Wege der Spiritualität geben.


Die der Meditation und die der Liebe (welcher Natur auch immer). Der Weg der Liebe ist eindeutig der mühsamste. Wir Menschen verstricken uns zu gern in Dramen. Beklagen uns darüber, dass wir immer die gleichen Menschen in unser Leben ziehen. Wir streiten solange über die immer gleichen Themen mit den gleichen Menschen, bis sich die Anziehung (Karma) von alleine verbraucht hat. So wie eine chemische Reaktion und wir getrennte Wege gehen.



Und dann beobachte ich wieder wie eine Außenstehende das Drama, das jemand in mein Leben bringen möchte, ich aber keine Lust darauf habe. Ich triggere in der Person etwas. Einfach durch mein Sein. Ich lasse mich verletzen, darf es heilen und danach ohne Vorwürfe und mit offenem Herzen ins nächste Messer rennen. Ok, das klingt ultra dramatisch oder? Aber so fühlt es sich für mich manchmal an. Als wäre ich oftmals ein Kollateralschaden. Manche Menschen sind da echte Härtefälle und wollen so gar nicht wissen, wie meine Sicht auf die ganze Dynamik ist. Könnte ja doch zu spirituell werden. Haha.


Manchmal frage ich mich, wovor die Menschen Angst haben, die sich vor den Tools verschließen, mit denen ich arbeite.


Die Angst vor der Enttarnung ihrer eigenen Illusion? Die Angst davor sich die eigenen Themen anschauen zu müssen? Die Angst vor Bevormundung? Naja. Weglaufen können sie nicht. Solange sie keinen Weg zu ihrer eigenen Spiritualität finden, werden sie immer weiter die gleichen Menschen und Situationen in ihr Leben ziehen und sich fragen, was mit ihnen nicht stimmt.


Und dann gibt es auch die andere Fraktion. Die mir nicht zur Last fallen will. Sie fressen ihre Probleme lieber in sich selbst rein. So kann ich meinen Job aber nicht machen. Ich möchte

helfen. Klar, zu meinen Konditionen, aber ich will mich gebraucht fühlen. Wie gerne philosophiere ich über Beziehungsdynamiken und die (möglichen) Ursachen dahinter. Ich liebe es mir die Schattenthemen anzuschauen und die Momente, in denen sie zu Licht werden. Plötzliche Erkenntnisse, die die Heilung in Gang setzen. Da kann man die schlauste Person der Welt sein, aber die eigenen Schatten lassen sich von außen viel besser identifizieren. Wenn ich mir vorstelle, wie viel Zeit und Schmerz ich anderen ersparen könnte, wenn sie sich von mir helfen lassen würden. Da wird mir ganz schlecht, weil ich nie weiß wann sie anfangen werden sich zu öffnen. Das wissen sie vermutlich selbst auch nicht. Ich arbeite an meinem Vertrauen daran, dass jeder sein eigenes Tempo hat und unterschiedlich schnell den spirituellen Weg findet. Und trotzdem bleibt das nagende Gefühl, dass es mit meiner Hilfestellung leichter wäre. Wie ein Guide oder ein Chaperone, sprich eine Begleitperson.


Aus Angst Chaperone falsch verwendet zu haben, habe ich kurz die Suchmaschine angeschmissen. Das Wort bedeutet nicht nur Begleitperson, sondern hat in der Biologie seine eigene Funktion. Pass auf, das passt so gut! Also, das ist ein Protein, welches größere Enzymen davor schützt sich mit den falschen Proteinen zu verbinden. Das tut es, indem es selbst andockt. So unterstützt es die richtige Entfaltung des Enzyms. Haha, wow. Na, wenn man mich lässt, bin ich ein super Chaperone.


Ganz liebe Grüße von

Ann-Kristin

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